Webinarreihe

Ein erfahrungsorientiertes Training für polyvagal- und neuroinformierte Therapeut:innen, Pädagog:innen und andere Fachpersonen in begleitenden Berufen

Dieses Winter-Training lädt dich zu einer vertieften, erfahrungsorientierten Erkundung ein: wie das Befreien der Stimme den Vagusnerv aktiviert und Co-Regulation, Präsenz und Verbindung unterstützt – und welche tiefe polyvagale Beziehung zwischen Stimme, Atem und der Physiologie von Sicherheit und Verbundenheit besteht. Du entdeckst, warum und wie die Stimme zu einem direkten Zugang zum Nervensystem wird – und wie Klang, Ton und Resonanz Regulation, Abstimmung und therapeutische Präsenz fördern können. Durch eine ausgewogene Mischung aus Forschung, Theorie und erfahrungsbasierter Klangarbeit lernst du, stimmbezogene Methoden in der therapeutischen Begleitung sicher und wirksam anzuwenden – um Präsenz, Flexibilität und Co-Regulation zu stärken. Keine gesanglichen Vorkenntnisse erforderlich – nur Neugier, eine Stimme und ein Nervensystem.

Alle Termine & Themen im Überblick

Der Kurs besteht aus 6 aufgezeichneten Modulen, die werden jeweils zum angegebenen Termin im Kurs freigeschaltet werden. Zwei zusätzliche Live-Termine mit Janne Wind finden Online auf Zoom statt und werden aufgezeichnet.

  • Modul 1: Die Verbindung zwischen Stimme und Vagusnerv. Das Nervensystem hinter deiner Stimme verstehen. Wir erforschen die Grundlagen von vagalem Tonus, Resonanz und Regulation. Du lernst, wie der Klang deiner Stimme den Zustand deines Nervensystems widerspiegelt – und wie einfache stimmliche Impulse Sicherheit, Fluss und Präsenz aktivieren können. Wir schalten dieses 1. Modul (60 Minuten) am 09.02. für dich zum Selbststudium frei.

  • Modul 2: Kompensations- und Schutzmuster erkennen. Wie Spannung und Kontrolle die Stimme formen. Wir untersuchen, wie körperliche und emotionale Haltemuster – Atemanhalten, subtile Muskelkompensation und schützende Kontrolle – den stimmlichen Ausdruck einschränken. Du lernst, diese Muster bei dir selbst und bei Klient*innen zu erkennen und zu verstehen, wie ihre Lösung eine authentischere, regulierte und resonante Stimme unterstützt. Wir schalten dieses 2. Modul (60 Minuten) am 16.02 für dich zum Selbststudium frei.

  • Modul 3: Deinen „Sweet Spot“ finden - Die Kunst von Anstrengung und Leichtigkeit. Wo ist deine Stimme am lebendigsten, resonantesten und nachhaltigsten? In diesem Modul erforschst du das Gleichgewicht zwischen Erdung und Freiheit – und entdeckst Ton, Tempo und Klangfarbe, in denen dein Nervensystem sich sicher und ausdrucksvoll zugleich fühlt. Wir schalten dieses 3. Modul (60 Minuten) am 23.02 für dich zum Selbststudium frei.

  • Live-Session 1 – 02.03. um 20 Uhr (Dauer 60 Minuten - ggf. etwas länger): Das Feld der Resonanz - Koregulation in Echtzeit. Wir treffen uns live, um Resonanz, Verbindung und gemeinsamen Rhythmus zu erleben. Du erfährst, wie Stimmen innerhalb eines Beziehungsfeldes miteinander koregulieren – und wie Präsenz allein das Nervensystem verändern kann. Mit Q&A und angeleiteter Reflexion. Aufnahme verfügbar.

  • Modul 4: Den therapeutischen Raum gestalten - Optimale Bedingungen für Sicherheit und Resonanz schaffen. Damit der Körper sich sicher fühlen kann, muss auch die Umgebung Regulation unterstützen. Dieses Modul zeigt, wie Klang, Licht und Atmosphäre auf das Nervensystem wirken – und wie eine achtsame Raumgestaltung Sicherheit und Verbindung fördert. Vom Therapieraum bis zu familiären oder sozialen Kontexten betrachten wir, wie akustischer Komfort, klare Grenzen und feine Sinnesreize Klient*innen helfen, sich gesehen, gehört und wohl zu fühlen. Wir schalten dieses 4. Modul (60 Minuten) am 09.03. für dich zum Selbststudium frei.

  • Modul 5: Die relationale Stimme - Zuhören, Abstimmung und der Raum dazwischen. In diesem Modul vertiefen wir die Praxis, die Stimme als Beziehungswerkzeug zu nutzen – nicht zum Singen, sondern zur Verbindung. Du lernst, polyvagal zuzuhören, die Geschichte hinter dem Ton zu hören und deine eigene Stimme und Atmung als stabilisierende, regulierende Präsenz einzusetzen. Mit Bewusstsein und Technik erfährst du, wie du Klient*innen dort abholst, wo sie sind, und sie behutsam in einen Zustand von Sicherheit und Verbindung führst. Wir schalten dieses 5. Modul (60 Minuten) am 16.03. für dich zum Selbststudium frei.

  • Modul 6: Integration: Die Stimme als Weg nach Hause - Stimme, Vagus und Verbindung in Alltag und Therapie verweben. Eine Synthese von allem, was gelernt wurde – von Bewusstheit zu Verkörperung, von Klang zu Stille. In diesem Abschlussmodul integrierst du zentrale Prinzipien, verfeinerst dein Verständnis und erkundest, wie du diese Werkzeuge in dein persönliches Leben und deine professionelle Praxis einfließen lassen kannst. Wir schalten dieses 6. Modul (60 Minuten) am 23.03. für dich zum Selbststudium frei.

  • Live-Session 2 – 30.03. um 20 Uhr (Dauer 60 Minuten - ggf. etwas länger):: Verkörperte Integration & Q&A - Vom Lernen zum Leben. Eine abschließende Live-Praxis, die die gemeinsame Reise abrundet. Wir reflektieren, integrieren und verkörpern das Gelernte durch geteilte Erfahrung, Resonanz und Dialog. Diese letzte Sitzung bietet Raum für Fragen, Vertiefung und praktische nächste Schritte – um die Verbindung zwischen Stimme, Vagus und Alltag zu verankern. Aufnahme verfügbar.

Format der Trainingsreihe

  • Format

    Das Training beinhaltet 6 Module mit jeweils 60 Minuten aufgezeichneten Videolektionen, die aufeinander aufbauen und wöchentlich freigeschaltet werden. Zusätzlich finden zwei einstündige Online Live-Sessions mit Janne Wind in der Mitte und am Ende der Trainingsreihe statt.

  • Zielgruppe

    Dieses erfahrungsorientierte Training richtet sich an polyvagal- und neuroinformierte Therapeut:innen, Pädagog:innen und andere Fachpersonen in begleitenden Berufen – ebenso an Menschen, die neugierig auf die somatische Grundlage von Stimme, Klang und Verbindung sind.

  • Frühbucherrabatt

    Bis zum 04. Januar 2026 bieten wir die Trainingsreihe zu einem Frühbucherpreis von 119 € an. Der reguläre Preis beträgt 149 €

Deine Kursleiterin

Janne Wind

Janne Wind ist dänische Sängerin, Leiterin großer Chöre und Autorin des Buches Can I Borrow Your Nervous System? – 25 Polyvagal Techniques for Coregulation, Calming Yourself, and Creating Connectedness (2024). Seit fast 30 Jahren gestaltet sie Chorarbeit, Workshops und Konzerte mit Tausenden von Teilnehmenden. Heute liegt ihr Schwerpunkt auf der Verbindung von Stimme, Vagusnerv und Nervensystem. Sie übersetzt polyvagale Erkenntnisse in praktische, stimm-basierte Tools für Selbst- und Co-Regulation. Sie bildet sich bei Stephen Porges am Polyvagal Institute fort und verfügt über Weiterbildungen in Breathwork und somatischen Ansätzen. Janne ist Gründerin und musikalische Leiterin von ODEONs Rytmisk Kor mit über 3000 Sänger:innen, des Pop-Chors Pop’n Soul und des Chors für Wohlbefinden auf Voldbygaard – einem Projekt, das Gesang, Atmung und Co-Regulation als Weg zu mehr Gesundheit und Balance verbindet. Darüber hinaus bietet sie Vokalmeditationen, Atem- & Stimm-Workshops und Online-Sessions an. Sie war Referentin auf der Internationalen Polyvagalen Konferenz in Potsdam (2024) und in Florida (2025) und beim 4. deutschsprachigen Polyvagal Symposium 2025.

Vagus & Stimme - Winter Deep Dive

Ein erfahrungsorientiertes Training für polyvagal- und neuroinformierte Therapeut:innen mit 6 Modulen und 2 Live-Sessions.

FAQ - Jannes Antworten auf die häufigsten Fragen

  • Ist der Kurs auch für meine Arbeit mit Kindern in der Grundschule geeignet?

    Diese Frage bekomme ich sehr häufig – und sie ist besonders wichtig. Gerade in der Arbeit mit Kindern ist es entscheidend zu verstehen, wie unsere Stimme, Atmung und Resonanz wirken. Kinder nehmen extrem intuitiv wahr, in welchem inneren Zustand wir uns befinden – oft viel schneller, als wir selbst es merken. Wenn wir unter Druck stehen, innerlich aktiviert oder angespannt sind, zeigt sich das unmittelbar in Klangfarbe, Tonhöhe und Register unserer Stimme. Und genau darauf reagieren Kinder: nicht auf unsere Worte, sondern auf das, was unser Nervensystem über die Stimme kommuniziert. Im Kurs geht es darum, dieses Zusammenspiel von Stimme und Nervensystem besser zu verstehen – und zu lernen, wie wir über kleine, bewusste Anpassungen mehr Sicherheit, Präsenz und Verbindung vermitteln können. Das ist im schulischen Alltag genauso relevant wie in therapeutischen Kontexten. Ich werde die Perspektive von Lehrer:innen und Pädagog:innen ausdrücklich mitdenken und in die Inhalte einbeziehen. Zudem gibt es zwei Live-Sessions mit Raum für Austausch, Fragen und konkrete Situationen aus der Praxis. Dort hast du auch die Möglichkeit, gezielt Rückmeldung zu deiner Arbeit mit Kindern zu bekommen.

  • Ich kann nicht singen – ist dieser Kurs trotzdem etwas für mich?

    Ja – absolut. Unsere Stimme begleitet uns in allen Lebenszusammenhängen. Der Gesang ist dabei oft nur ein sehr kleiner Teil dessen, wofür wir unsere Stimme tatsächlich nutzen – und auch nur ein kleiner Teil dessen, was wir über unseren stimmlichen Ausdruck verstehen sollten. Im Alltag sind wir stark abhängig von Klangfarbe, Offenheit, Prosodie, Rhythmus und der Verbindung der Stimme zum Körper. Der israelische Kommunikationsforscher Albert Mehrabian geht davon aus, dass diese nonverbalen und vokalen Anteile in emotionaler Kommunikation bis zu 93 % der Wirkung unserer Botschaft ausmachen. Dieser Kurs ist kein Gesangsunterricht und kein Chor. Niemand muss vorsingen, und wir singen nicht gemeinsam. Stattdessen geht es darum, die Stimme in vielen ihrer Aspekte zu verstehen – als Ausdruck des Nervensystems, als Träger von Sicherheit, Kontakt und Beziehung. Ich nutze meine langjährige Erfahrung aus Gesang, Stimmarbeit und Nervensystemarbeit, um die Übungen und Inhalte zu gestalten. Deshalb stammen einige Impulse ursprünglich aus der „Welt des Singens“ – aber ausschließlich, um Resonanz, Kontakt und Regulation zu erforschen. Das ist wertvoll für viele Kontexte: für Therapeut:innen, Pädagog:innen, Vortragende – und auch im privaten Leben. Mein Wunsch ist es, dieses Wissen mit der Polyvagal-Theorie und dem gemeinsamen Fundament aus dem Polyvagal-Akademie-Kontext und der Arbeit von Stephen Porges zu verbinden. Ich freue mich sehr darauf, euch in diese Arbeit mitzunehmen.

  • Brauche ich Vorkenntnisse in der Polyvagal-Theorie?

    Grundkenntnisse sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Der Kurs baut auf bekannten polyvagalen Grundideen auf, erklärt sie jedoch sehr körperlich, erfahrungsorientiert und praxisnah. Es geht weniger um Theorie im Kopf und mehr um das direkte Erleben im eigenen Nervensystem. Wenn du bereits mit polyvagalen Konzepten vertraut bist, wirst du viele Dinge vertiefen und neu verknüpfen können. Wenn nicht, wirst du trotzdem gut folgen können, weil wir alles Schritt für Schritt über Erfahrung, Stimme und Wahrnehmung erschließen.

  • Ist der Kurs eher theoretisch oder praktisch?

    Der Kurs lebt von der Balance zwischen Verständnis und Erfahrung. Es gibt klare theoretische Bezüge und Einordnungen – aber immer mit dem Ziel, dass du spürst, wie sich das im Körper und in der Stimme zeigt. Theorie dient hier als Orientierung, nicht als Selbstzweck. Alles, was wir erarbeiten, ist darauf ausgerichtet, im Alltag und in der professionellen Praxis anwendbar zu sein.

  • Kann ich das Gelernte direkt in meiner Arbeit anwenden?

    Ja – genau das ist die Intention des Kurses. Mein Ziel ist, dass du die Inhalte unmittelbar in deine Arbeit und dein Leben integrieren kannst: in Begegnungen mit Klient:innen, Schüler:innen, Kolleg:innen – und auch privat. Viele Teilnehmende berichten, dass sie schon nach kurzer Zeit eine deutliche Veränderung in ihrer Stimme, ihrer Präsenz und ihrer Fähigkeit zur Co-Regulation wahrnehmen. Und genau darum geht es: das Nervensystem über Stimme, Atem und Beziehung nachhaltig zu unterstützen.

  • Ich kann an den Live-Sessions nicht teilnehmen – lohnt sich der Kurs trotzdem?

    Ja, auf jeden Fall. Alle Inhalte stehen dir als Aufzeichnungen zur Verfügung, sodass du sie in deinem eigenen Tempo anschauen kannst. Wenn du Fragen hast, kannst du sie mir jederzeit zusenden – ich nehme sie dann in die Live-Sessions mit auf, auch wenn du selbst nicht live dabei bist. Die beiden Live-Termine werden außerdem aufgezeichnet, sodass du sie später ansehen kannst. Mir ist wichtig, dass alle Teilnehmenden möglichst viel aus diesem Kurs mitnehmen – praxisnah, verständlich und relevant. Mein Wunsch ist, dass du nach dem Kurs direkt in die Welt hinausgehen kannst und spürst, wie sich deine Co-Regulation mit anderen vertieft – und wie sich Stimme und Körper klarer, freier und verbundener anfühlen.